Langer Massivbau GmbH & Co. KG

09.11.15 10:04 Uhr Alter: 4 Jahr(e)

Nach dem Smartphone kommt das Smart Home: Digitalisierung im Hausbau

Nicht nur das Telefon, der Fernseher und das Auto sind smart, auch das eigene Haus soll vernetzt werden. Wer die Nutzung von Smart Home Technologie in Erwägung zieht, sollte einige Dinge beachten.

Auf dem Weg zur Arbeit bekommen Sie eine Nachricht auf Ihr Smartphone, dass das Dachfenster aufgrund des nahenden Regenschauers geschlossen wurde. Der Kühlschrank hat die fehlende Milch bereits selbständig nachbestellt. Was früher nur in Science-Fiction Filmen denkbar war, ist heute technisch kein Problem mehr.

Immer häufiger ist die Rede von sogenannten „Smart-Homes“, also Häusern deren Geräte intelligent miteinander vernetzt sind. So ist es beispielsweise möglich, Heizung und Licht per Smartphone von unterwegs zu steuern. Dabei geht es nicht nur um eine technische Spielerei.

Mit einer intelligenten Haustechnik kann Energie effizienter genutzt werden. Neben dem erhöhten Wohnkomfort, spielen auch Sicherheitsaspekte eine Rolle. So können Sensoren an den Fenstern nicht nur der Heizung ein Signal geben, dass sie geöffnet sind, woraufhin die Heizung automatisch ausgeschaltet wird. Das Signal eines geöffneten Fensters kann auch an das Smartphone der Bewohner übertragen werden und so beispielsweise vor einem eventuellen Einbruchsversuch warnen – nicht nur im Urlaub praktisch.

Smart Home – Das gilt es zu beachten

Für Smart Home Technologie beim Hausbau ist eine entsprechend ausgelegte Elektroinstallation eine wichtige Grundvoraussetzung. Das beginnt damit, dass bei der Planung ausreichende Antennen und Elektroanschlüsse vorgesehen werden. Auch sollten Sie sich genau Gedanken darüber machen, wo die Schaltzentrale für ihr heimisches Netzwerk sein soll. So werden nachträglicher Kabelsalat im ganzen Haus und fehlende Anschlussmöglichkeiten von Anfang an vermieden.

Natürlich hat die Smart Home Technologie viele Vorteile und ist sehr komfortabel. Auf der anderen Seite haben viele Bauherren Bedenken und scheuen davor zurück, die neuen technischen Möglichkeiten beim Hausbau zu nutzen. Eine Umfrage des Immobilienportals Immonet.de hat ergeben, dass rund 79 % der Befragten bisher kein Interesse an der Nutzung von Smart Home Technologien haben. Ein Großteil derjenigen, die vernetzte Haustechnik nutzen, verwenden diese vor allem im Bereich der Unterhaltungselektronik.

Eine Ursache für das bisher relativ geringe Interesse an Smart Home Technologien könnten die Anschaffungskosten sein. Eine weitaus größere Rolle spielen aber wahrscheinlich Sicherheitsbedenken. Die Angst vor dem Missbrauch der über die Bewohner gespeicherten Daten ist groß. „Auch die Sorge, dass ein versierter Hacker sich in das System einschleicht und dann ohne Probleme die Haustür oder ein Fenster öffnen kann, sorgt für Skepsis gegenüber dem Smart Home“, sagt Jürgen Dawo, Gründer von Town & Country Haus, Deutschlands meistgekauftem Markenhaus.

Natürlich ist es möglich das heimische System mit Passwörtern und regelmäßigen Sicherheitsupdates zu schützen. Auch hat ein Vergleich der Zeitschrift Wirtschaftswoche ergeben, dass die in Deutschland produzierten Smart Home Systeme, beispielsweise von RWE, in punkto Sicherheit gut bis sehr gut abschnitten. Absoluten Schutz vor Cyberattacken und Datenmissbrauch wird es beim Smart Home ebenso wenig geben können wie beim Smartphone oder PC.